Die Eroberungen von England durch fremde Mächte

Ja, mit Absicht schreibe ich diesen Titel in der Mehrzahl. Viele fremde Völker haben sich nämlich auf der sich so eigenständig fühlenden Insel ausgetobt und alle haben ihre Spuren hinterlassen.
Die prähistorischen “Auswanderer” im wörtlichen Sinn lasse ich dabei auf der Seite – “Auswanderer” nenne ich sie deshalb, weil sie vor 10’000 Jahren noch zu Fuss oder mit dem Fellboot nach England reisen konnten, da zu dieser Zeit noch eine Landbrücke zwischen dem Kontinent und England bestanden hatte.
Im Jahr 53 vor Christus machten die Römer einen Invasionsversuch, welchen sie aber nach einigen kriegerischen Scharmützeln wieder abbrechen mussten um dann im Jahre 43 nach Christus definitiv Britannia zu erobern und ca. 350 Jahre zu bleiben. Schon während die Römer ihre Wohn- und Badekultur auch in Britannia auslebten, kamen nach und nach verschiedene Stämme aus dem heutigen Deutschland über den Kanal – die Angeln, Sachsen und Jüten kamen um zu bleiben und legten sich auch bald mit den Römern an. Als dann die Römer ca. im Jahr 410 ihre westlichste Provinz aufgaben, kam die Stunde dieser eingewanderten “Deutschen”, die angelsächsischen Reiche entstanden.
Aber auch diese ehemaligen Zuwanderer waren vor fremden Landgelüsten nicht sicher. Im Jahre 865 landete eine grössere Flotte der Dänen in East Anglia mit dem Ziel, sich dauerhaft niederzulassen. Nach wenigen Jahren waren die nördlichen zwei Drittel von England „under danish rule“ und die Angelsachsen  auf Wessex und Sussex zurückgedrängt.
Die dänische Hoheit über England fand ihren Höhepunkt in den Jahren 1019-1035 als unter Knut dem Grossen ein nordisches Königreich mit England, Dänemark, grossen Teilen von Süd-Norwegen und kleinen Teilen von Süd-Schweden bestand. Dieses zerfiel nach seinem Tod jedoch rasch wieder. Mit Emma von der Normandie, der Witwe von Aethelread the Unread und von Knut dem Grossen hatten die nächsten und letzten Eroberer allerdings bereits den Fuss in der Türe.
Die letzte Eroberung von England fand nämlich und schlussendlich unter Wilhelm I., genannt der Eroberer, Herzog der Normandie im Sept./Oktober 1066 statt.
Die heutigen Engländer betonen immer wieder (natürlich mit Blick auf die Ereignisse 1940/41 – Battle of Britain), dass 1066 die letzte Eroberung von England stattgefunden hat. (s. Schicksalsjahr der Angelsachsen)

Man darf aber bei aller Sympathie doch feststellen: Soo exklusiv sind die Engländer dann doch nicht, vereinigen sie doch die Gene von prähistorischen Europäern mit beachtlichen „Beimischungen“ von Römern, Dänen, Norwegern, Schweden und Deutschen.